logoblogg.de • Elektrische Zigarette 

Freitag, 14.11.2008

Mittwoch, 27.06.2007

Wie man in Deutschland ... berufstätig wird

Marcell Burmeister (20) ist Anlagemechaniker. Hier erzählt er von seinem ersten Arbeitstag. Und von seinem Traum, den ersten eigenen Betrieb zu gründen.

Leben mit Frau Sperr (II)

Eine Frau die weiß, wie recyceln geht

Mein Müll war bei Frau Sperr stets in guten Händen. Oh nein, gezwungen habe ich sie nicht, meine vergilbten Handtücher oder gebrochenen Kerzen aus der Tonne zu fischen. Die gute Frau Sperr war ganz alleine darauf gekommen, meiner Mülltonne in nächtlichen Aktionen einen Besuch abzustatten. Nicht, dass sie Handschuhe getragen hätte, um Spuren zu verwischen oder einen schwarzen Latex-Anzug, um ungesehen zu fliehen. Sie ließ anständig das Licht vor der Wohnung brennen und die Straßenlaternen taten ihr Übriges. Ein Blick aus meinem Küchenfenster reichte, um sie auf frischer Tat zu ertappen.

Dienstag, 26.06.2007

Wie man in Deutschland... ...krank wird


Das Tagesgeschäft eines Hausarztes ist nicht sonderlich spektakulär. Es gibt die Azubis, die an einer furchtbaren Erkältung leiden und deshalb dringend einen Krankenschein für ein verlängertes Wochenende brauchen. Es gibt die Rentner, die wöchentlich die Sprechstunde besuchen, um die neuesten Entwicklungen ihrer Krankheiten darzustellen. Eine Gruppe für sich sind auch die Patienten mit Bluthochdruck, die einmal im Quartal vorbeikommen und sich ihr Medikament verschreiben lassen.

Wie man in Deutschland... ...zweifelt

Gewidmet all jenen, die sitzen bleiben

Lange Zeit glaubte ich, dass Rory Gilmore von den Gilmore Girls unschlagbar ist. Heute weiß ich: Sie muss ihr Wissen gegoogelt haben. Ein Text, gewidmet all jenen, die in den Prüfungen sitzen bleiben, wenn man selbst aufsteht. Weil man keine Ahnung hat.

Montag, 25.06.2007

Wie man in Deutschland... ...stirbt

Geplant

Sie hatte alles ganz genau geplant. Alleine. Bis ins letzte Detail. Weil sie nichts dem Zufall überlassen wollte. Hat mich ausgeschlossen, mich zurück gelassen. Verlassen – für immer. Ohne eine Erklärung. Ohne ein Wort. Kein Abschied.

Sonntag, 24.06.2007

Wie man in Deutschland ... heiratet



Karim und Anja haben im März geheiratet.
Seither haben sie jeden Tag Sorge, ein Beamter könnte vor ihrer Haustür stehen.

Samstag, 23.06.2007

Wie man in Deutschland... ...arbeitslos ist.


Streitgespräch mit einem arbeitslosen Akademiker

Pflichten sind ätzend, Trott ist trist. So heißt es. Als Du gekündigt hast, haben wir gefeiert und mit Gläsern voller freudig schäumendem Sekt auf die Zukunft angestoßen. Endlich frei! Du hast diesen Job so gehasst und trotzdem fast zwanzig Jahre für den Absprung gebraucht. An diesem Feiertag warst Du 50, ein freier Mann und voller Pläne. Heute, hunderte Bewerbungen später, bist Du dreiundfünfzig und immer noch frei – arbeitslos.

Donnerstag, 21.06.2007

Wie man in Deutschland... ...Kinder erzieht

Ich denke, dass ich Glück hatte mit meiner Erziehung. Meine Eltern haben sich immer genug Zeit für mich genommen. Sie haben mich bei meinen Hobbys unterstützt, sind zu meinen Fußballspielen mitgefahren und haben mir alle Bücher gekauft, die ich lesen wollte. Sie haben mir genug Taschengeld gegeben, aber auch nicht zu viel. Sie haben immer brav die Tagesschau eingeschaltet und die Tageszeitung lag immer auf dem Esstisch. Auf meinen Spielzeugkisten klebten Sticker gegen Pershing II Cruise Missiles, Atomkraft und Volkszählung. Kurz: Ich hatte die Chance meine Talente zu entdecken und zu einem politisch mündigen Bürger heranzuwachsen.
In letzter Zeit aber befallen mich Zweifel.

Wie man in Deutschland ... befreundet ist

Wenn es sein muss, könnte ich ohne Handy, ohne Fernseher und sogar ohne Männer leben. Aber nicht ohne meine beste Freundin.

Freitag, 01.06.2007

Ich wünschte, ich hätte ihn kennengelernt

Mein Opa ist gestorben, bevor ich auf die Welt gekommen bin. Für mich ist er ein Name auf einem Grabstein. Man erzählt mir viel gutes und auch viel schlechtes von ihm. Aber er wäre eben mein Opa gewesen. Den ich so gerne ein Mal kennen gelernt hätte.

Sonntag, 27.05.2007

Weiß sie es?

Ich glaube, sie weiß es. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass sie das nicht tut. Vorhin aber hat sie mich angesehen, als wüsste sie es. Wenn sie es weiß, dann ist auf einmal alles anders.

Nachgeben

Schweigen neben mir.
Es fordert. Es bohrt. Es fragt.
Drücke mich gegen die Wand.
Will es nicht aushalten. Nachgeben auch nicht.
Es war ernst. Ich war ernst.
Meine es so. Will es meinen.
Aber das Schweigen klärt.
Warum schweigen? Warum schweigen?
Will nicht mehr. Meine Fußsohle lockert sich.
Tut weh. War zu lange fest.
Zulange hart.
Mein Mund ist fest, kann nicht nachgeben.
Ich warte.
Schweigen neben mir. Es leidet.
Fühle es ? und leide. Will es trösten.
Kann nicht. Brauche selbst Trost.
Ich weine .
Mein Mund lockert sich. Zieht sich zusammen. Zittert. Weint. -
?Es tut mit leid?.

Freitag, 25.05.2007

Posen für Oma




Als ich klein war, habe ich alles mitgemacht. Ob mir das gefallen hat, danach hat niemand gefragt. Vor allem nicht meine Oma. Jetzt bin ich alt genug - und nicht mehr lieb.

Part 3: Schokolade macht nicht immer glücklich

Mutter Theresa bin ich nicht. Erstens bin ich nicht einmal getauft und zweitens, und das wiegt wesentlich schwerer, bin ich kein Altruist. Ich sollte erwähnen, dass ich nicht mal ein schlechtbezahlter Kurier sondern eher ein ehrenamtlicher Kurier war. Deshalb freute ich mich schon, wenn meine Bemühungen ab und an anerkannt wurden. Und Anerkennung kann man auf verschiedenen Wegen bekommen.